Quellen und Foren

Wo finde ich eigentlich aktuelle Informationen zu POET Technologies? Blöde Frage, wird mancher sagen, wo sonst, wenn nicht hier in Rainers Blog! Aber das ist natürlich Unsinn, denn ich sauge mir ja nichts aus den Fingern, sondern greife auf Originalquellen zurück und berücksichtige auch Einschätzungen anderer. Welche Originalquellen es gibt und in welchen Foren mehr oder weniger vernünftig diskutiert wird, behandelt dieser Blogbeitrag.

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POET Technologies stellt Weichen für neue Führung

POET Technologies jetzt mit Doppelspitze: Wie das Unternehmen am 2014-11-17 mitteilte, stehen Ajit Manocha und Peter Copetti jetzt gemeinsam als Co-Chairmen dem Board of Directors vor. Manocha macht Marketing im Silicon Valley und ist zugleich auf der Suche nach einem CEO für POET Technologies. Diese Rolle hat Peter Copetti seit Februar kommissarisch inne. Eine weitere Personalie betrifft Sam Peralta: Er tritt als Director zurück.

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POET Technologies gibt Q3-Zahlen bekannt

Am vergangenen Mittwoch veröffentlichte POET Technologies den Zwischenbericht zum dritten Quartal 2014. Große Überraschungen gab es nicht. Wie erwartet wies das Unternehmen erneut einen Nettoverlust aus, nämlich knapp 4,4 Millionen US-Dollar (USD) oder 3 Cent pro Aktie. Einzelheiten sind den  und der zu entnehmen.

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Alles im Plan

Alles im grünen Bereich, lautet die Botschaft der heutigen Medienmitteilung von POET Technologies. Die technischen Entwicklungen gehen wie geplant voran. Und: Die Firma hat jetzt ein Büro im Silicon Valley, von wo aus Ajit Manocha mit potentiellen Partnern und anderen Akteuren redet. Nach den Irritationen der letzten Wochen sind diese Nachrichten Balsam auf die Seele des gebeutelten POET-Aktionärs! – Die Unternehmenspräsentation wurde komplett überarbeitet und enthält neue Ziele für 2015.

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Waffen-Plutonium aus zivilen Kernreaktoren? Wohl kaum!

Die Tageszeitung »Die Welt« veröffentlichte heute den Artikel »Arbeitet die Türkei heimlich an der Atombombe?«, in dem Autor Hans Rühle, von 1982 bis 1988 Leiter des Planungsstabes im Verteidigungsministerium, das Kernenergieprogramm der Türkei kritisch unter die Lupe nimmt.

Die Türkei will, wie Rühle schreibt, mit Hilfe des russischen Nuklearkonzerns Rosatom Kernkraftkapazität von insgesamt 4.800 Megawatt errichten. Was Rühle nicht erwähnt: Es handelt sich um vier Leichtwasserreaktoren vom Typ WWER-1200 die in Akkuyu gebaut werden.

Transport des Druckbehälters eines WWER-1200-Reaktors (Quelle: Izhorskiye Zavody JSC)

Der WWER-1200 ist das aktuelle Flaggschiff von Rosatom, ein Leistungsreaktor mit einer Menge passiver Sicherheit inklusive Kernfänger. Mit WWER-1200-Reaktoren hätte Fukushima-Daiichi Tsunami und Stromausfall ohne größere Probleme überstanden. Und den Namen »Fukushima-Daiichi« hätten wir längst vergessen, oder er hätte es gar nicht erst in unser Bewußtsein geschafft – so, wie die wenigsten Zeitgenossen etwas mit »Fukushima-Daini« oder »Onagawa« anfangen können. Nebenbei: Gerade heute hat Südafrika bei Rosatom acht Reaktoren eben dieses Typs bestellt.

Doch zurück zum Türkeiartikel. Im Zuge seiner Betrachtung versteigt sich Rühle zu der Behauptung, aus dem Plutonium, das in zivilen Leichtwasserreaktoren als »Atommüll« anfällt, könne man Atombomben bauen und genau das habe die Türkei vor:

Die Türkei hingegen will ihre verbrauchten Brennelemente offenkundig gar nicht hergeben. Die einzige logische Erklärung dafür: Sie will Vorbereitungen treffen für den Bau einer Plutoniumbombe.

Ich weiß nicht, ob die Türkei Atombomben bauen will oder nicht. Was Rühle die »einzige logische Erklärung« nennt, ist es allerdings gerade nicht. Ich habe das ein wenig in einem Kommentar zum Artikel erläutert, den die »Welt« aber leider nicht freigeschaltet hat. Vermutlich fand der zuständige Redakteur ihn zu scharf oder er paßte inhaltlich nicht ins Konzept.

Na gut, wenn die »Welt« meinen Kommentar nicht veröffentlichen mag, dann mache ich das halt hier. Könnte ja sein, das er für den einen oder anderen Leser von Interesse ist:

Wow, der Autor zeichnet sich durch eine unglaubliche Unkenntnis über Kernenergie im Allgemeinen und Plutonium im Besonderen aus.

Der Unterschied zwischen Plutonium aus zivilen Leichtwasserreaktoren (reactor-grade) und waffenfähigem Plutonium (weapons-grade) ist ihm offensichtlich nicht bekannt. Zur Erklärung: Plutonium aus zivilen Reaktoren enthält viel zu viel nicht spaltbares Plutonium-240, was der Bombenbauer weder mag noch von dem von ihm gewünschten spaltbaren Plutonium-239 abtrennen kann. Er könnte die Mischung einfach liegenlassen, weil das nicht spaltbare Plutonium-240 viel schneller als das spaltbare Plutonium-239 zu spaltbarem Uran-235 zerfällt. Mit ein bißchen Abwarten hätte er dann nach bereits rund 9000 Jahren waffenfähiges Material beisammen. Das spricht übrigens gegen die Endlagerung gebrauchter Brennelemente. Da wäre es doch besser, das Material in Schnellen Reaktoren als Brennstoff zu nutzen und CO2-freien Strom daraus zu gewinnen!

Seine Unkenntnis demonstriert der Autor weiter durch die Behauptung, gebrauchte Brennelemente enthielten 90 Prozent Abfall. In Wahrheit sind es gerade einmal vier Prozent. Der Rest, also fast alles, läßt sich wiederverwerten, was Deutschland aber nicht will und Deutschland nicht weiß.

Aus Falschem folgt bekanntlich Beliebiges, und so ist es auch mit diesem Artikel. Man darf ihn und seine Schlußfolgerungen getrost vergessen. Oder ihn als Beispiel für unglaublich schlechte Recherche und mangelnde Sachkompetenz zitieren. Schade, daß die WELT so einen Unsinn veröffentlicht!

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